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Zuletzt gelesen

(Noch im November beendet. Ja, ich lese gerade ziemlich langsam.)
Ava Gray: Skin Game
Lässt sich wohl am besten als Nackenbeißer in modernem Setting beschreiben; dabei etwas weniger pornös als erwartet. Die Story war nicht spektakulär, aber durchaus passabel und schnell gelesen. Die Nebencharaktere waren teils schon interessant, insgesamt aber etwas stereotyp. Dafür fand ich die beiden Hauptcharaktere ziemlich großartig (vor allem ihn) und das ist ja immer gut. *g* 
Kann man also durchaus lesen, wenn einem der Sinn nach derartigem steht, muss man aber nicht. Was die Autorin als Ann Aguirre schreibt, gefällt mir jedenfalls sehr viel besser.
Im Übrigen funktioniert so eine Geschichte für mich besser in Kurzform, siehe unten.

Davor gelesen:
Ava Gray: Be delicious (short)
Eine Kurzgeschichte, die auf der Homepage der Autorin kostenlos angeboten wird. Lässt sich ähnlich wie obiges Buch beschreiben, nur dass Nebencharaktere hier eine seeehr untergeordnete Rolle spielen (was ihre tatsächlichen Auftritte angeht, nicht in Bezug auf ihren Einfluss auf das Geschehen) und ich den weiblichen Hauptcharakter hier lieber mag als den männlichen, weil sie irgendwie... lebendiger wirkt und außerdem bemerkenswert klischeefrei, wenn man ihre "Umgebung" bedenkt. Empfehlenswert, sofern man mit dem Genre was anfangen kann.

Davor hatte ich den letzten Band der Sirantha Jax-Reihe gelesen, aber die bekommt einen eigenen Eintrag. Irgendwann.

Leseausbeute im August (erweitert)

Erweitert deshalb, weil ich das erste und letzte Buch hier im Juli bzw. September beendet habe.
Fangen wir mit dem letzten Buch des Julis an:

Joseph von Eichendorff: Aus dem Leben eines Taugenichts
Aus der gleichen Sammlung wie das Irische Tagebuch. Las sich recht flott weg, unterhaltsame und kurzweilige Irrungen und Wirrungen, wobei mich die pubertären Gefühlsausbrüche des Protagonisten bisweilen ein klein wenig irritiert haben. Allerdings schien mir der Autor diese mit einer gewissen Ironie zu schildern, also hat das insgesamt schon gepasst.

Devon Monk: Tin Swift
Steamy! :-D Der zweite Teil ihrer Age of Steam-Trilogie las sich für mich Alles in Allem runder als der erste, es gab Luftschiffe (großartig!), dafür weniger anderweitige Maschinen (ein bisschen schade), die bereits bekannten Charaktere wurden näher beleuchtet, ein paar interessante neue eingeführt. In Sachen Romanzen könnte die Autorin meinetwegen ein bisschen subtiler sein, auch wenn mich das bisher nicht weiter stört. Einen (großen) Punkt Abzug gibt es aber, weil ich eine ausgeprägte Abneigung gegen Bauernopfer habe, vor allem, wenn sie von Anfang an offensichtlich sind. Billig. Und unnötig.
Wird mich aber trotzdem nicht vom nächsten Band abhalten.

Kameron Hurley: Infidel
In der Fortsetzung von God's War wird fröhlich weiter gemetzelt und gemeuchelt, man erfährt mehr über die verschiedenen Länder und Gesellschaft(sform)en auf Umayma und über die Käfer basierte* Technik und Magie der Welt.
Und natürlich über die alten und neuen Haupt- und Nebencharaktere. Ich bin seeehr gespannt, wo das alles noch hinführt; in diesem Band gab es da schon ein paar sehr interessante Entwicklungen auf persönlicher, biologisch/technisch/magischer und politischer Ebene.
* Die Idee finde ich ja nach wie vor einfach nur genial.

Kameron Hurley: Afterbirth
Ein faszinierender, neuer Blick auf die Welt der Bel Dame Apocrypha-Bücher. Erzählt aus der Sicht von Nyx‘ Mutter, einer interessanten Frau, die noch interessantere Entdeckungen macht. Eine Kurzgeschichte, die es bei aller Kürze schafft, den Charakter der Bakira so Dasheem – in den bisherigen Büchern nur am Rande erwähnt – unglaublich lebendig und „echt“ wirken zu lassen. Dass die Dame enthusiastische Sternguckerin ist, trägt zu meiner Begeisterung natürlich auch bei.

Kameron Hurley: The Seams Between The Stars
Hier wird der Blickwinkel (s.o.) noch einmal deutlich erweitert, weil diese Kurzgeschichte nicht auf Umayma, sondern auf anderen Welten, bzw. im Weltraum spielt. Ein paar hoch interressante (und brisante) Informationen erhält man da, wobei mich die Geschichte und Charaktere nicht so sehr gepackt haben, wie das bei Afterbirth der Fall war. Trotzdem sehr lesenswert, wenn man wenigstens God's War kennt.

Und auf zum September, wenn auch größtenteils noch im August gelesen:
Joe Abercrombie: Best Served Cold
Sehr genial. Zumindest für Leute, die etwas mir Rachegeschichten anfangen können.
Im Grunde kann man das Buch auch lesen, wenn man die First Law-Trilogie nicht kennt, aber die diversen, mehr oder minder langen Gastauftritte daraus bereits bekannter Charaktere machen halt doch viel mehr Spaß, wenn man diese Bücher auch gelesen hat. Zumal man dann auch einen gewissen... Überblick über die größeren Zusammenhänge und dergleichen hat.
Was mir bei der Trilogie noch nicht so sehr aufgefallen ist, bei Best Served Cold dafür aber umso mehr: Der Herr Abercrombie ist unheimlich gut darin, jeden seiner Charaktere mit Erzählperspektive ("POV character" klingt soviel einfacher *hust*) mit einer ganz eigenen Stimme auszustatten. Nicht nur, wenn sie direkt etwas sagen oder denken; für jeden Charakter ist Wortwahl, Satzbau und einfach die "Klangfarbe" der Sprache insgesamt in den jeweiligen Kapiteln eine andere, individuelle. In diesem Buch sind die Hauptcharaktere natürlich größtenteils recht verschieden, aber trotzdem. Ich bin neidisch.

Lesegedanken

Goodreads sagt, dass ich dieses Jahr schon 44 Bücher gelesen habe; das sind mehr als im gesamten letzten Jahr. Wir ignorieren an der Stelle einfach mal, dass bei der diesjährigen Zählung auch ein paar Novellas ("Novellen" sind für mich was anderes /Erklärbär) und Kurzgeschichten dabei sind.
Kein schlechter Anlass, mal etwas auszuprobieren, mit dem ich schon eine Weile liebäugle: Zu allem, was ich lese, wenigstens ein paar Sätze zu schreiben. Nicht unbedingt im Sinne von ernsthaften Rezensionen, sondern einfach ein paar – mehr oder minder spontane – Gedanken dazu. Daher auch "Lesegedanken", bzw. "gedankenlese". (Ruhe da hinten, ich mag seltsame Wortspiele!)

In diesem Sinne, die letzten beiden Bücher, die ich beendet habe:

Kameron Hurley: God's War
Huh. Was für eine Welt. Wahrlich keine schöne, aber mit einer Detailverliebtheit geschildert und so schlüssig durchdacht und ausgearbeitet, dass es einfach eine Freude ist. Außerdem Charaktere, die zwar nicht unbedingt sympathisch sind, aber ausgesprochen lebendig und "echt" wirken. Fast am meisten hat mich aber begeistert, dass man es hier mal nicht mit dem üblichen "westlichen" Einheitsbrei der Fantasy-/Sci-Fi-Welten zu tun hat, sondern die fragliche Welt – Umayma – deutlich von der Arabischen inspiriert ist. Es lebe die Abwechslung, vor allem wenn sie aus so kompetenten Händen wie Ms Hurleys kommt.
Und Nyx ist ein großartiger Charakter, jawohl.

Heinrich Böll: Irisches Tagebuch
Teil einer Reihe von Klassikern, gebunden, in handlichem Format, das sich ganz dekorativ macht im Bücherregal; irgendwann mal bei Bertelsmann erschienen und deshalb ohne ISBN. Hmpf. Wurde mir schon vor längerer Zeit von meiner Mutter ans Herz gelegt und vor einigen Tagen habe ich es mir dann recht spontan herausgegriffen.
Ich bin mir gerade nicht sicher, ob ich schon mal etwas von Böll gelesen habe, aber das Tagebuch ruft definitiv nach mehr. Seine Beschreibungen von Land und Leuten lassen bei aller feinen Melancholie doch sehr deutlich werden, wie sehr er Irland und seine Bewohner schätzt; ohne dass er übermäßig verklärt oder verkitscht, wohlgemerkt. Das Irland der 50er Jahre war nunmal kein Ort der grenzenlosen Freude.
Es gibt viele zitierwürdige Stellen, diese hier ist nur ein Beispiel dafür, wie er mit bildhafter Sprache das Beschriebene anschaulich macht, lebendig werden lässt: "Dunkelheit hing über Dublin: alles, was es zwischen Schwarz und Weiß an grauen Tönen gibt, hatte sich am Himmel sein eigenes Wölkchen ausgesucht, der Himmel war bedeckt wie mit einem Gefieder unzähliger Graus: kein Streifen, kein Fetzchen vom irischen Grün".
Ein bisschen hat mich das Tagebuch sprachlich ja an Catherynne M. Valente erinnert, was dann doch ein ziemliches Kompliment ist.


Fortsetzung folgt.

Neues aus dem Insektenhotel

Man mag es kaum glauben, aber es haben sich mittlerweile doch tatsächlich ein paar Bewohner im Insektenhotel eingefunden. Ob‘s am neuen Standort liegt? Wer weiß.
Vor allem der angebohrte Holzblock erfreut sich einer gewissen Beliebtheit, und das bei mindestens zweierlei Spezies. Jedenfalls schließe ich das aus den zweierlei „Zimmertüren“. Dings.
Bei den Schilf- und Grashalmen scheinen sich auch ein paar Tierchen eingenistet zu haben, nur den löchrigen Ziegel mag wohl niemand so richtig. Nuja, vielleicht kommt auch das noch. Es sieht fast so aus, als ob schon ein paar Gäste ausgeflogen seien; ich werde das mal weiter beobachten

BeweisfotosCollapse )

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Eieiei a.k.a. Nachtrag zur Leseliste '11

Mir ist gerade beim Stöbern auf goodreads.com (böse Seite, seeehr böse Seite) aufgefallen, dass ich in meiner Leseliste vom letzten Jahr doch tatsächlich ein Buch vergessen hatte.
Im Juli hatte ich noch Fire von Kristin Cashore gelesen, das diese meine Vergesslichkeit ganz und gar nicht verdient hat. Ich hatte es zu meiner großen Verwunderung in der örtlichen Bücherei entdeckt – die zwar durchaus ein Regal mit englischen Bücher hat, aber da hält sich die Auswahl provinziell halt doch in Grenzen – und spontan beschlossen, es auszuleihen. Amazon hatte es mir immerhin auch schon empfohlen, aber kaufen wollte ich es nicht, dafür las sich die Beschreibung für meinen Geschmack zu sehr nach Mary Sue.
Das Buch selbst stellte sich dann allerdings als echte positive Überraschung heraus. Für ein Jugendbuch sind Geschichte und Verhalten der Charaktere doch angenehm "erwachsen" und realistisch und das Ganze kommt weitestgehend ohne die üblichen Klischees aus. Die Romantik kommt zwar auch nicht zu kurz, ist aber nicht Dreh- und Angelpunkt der Erzählung sondern einfach ein Teil des Geschehens.

Lesenswert.

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Leseliste 2011

Immerhin 42 Bücher, was sich im Vergleich zu den 18 vom Vorjahr durchaus sehen lassen kann. Auch wenn es zu den vorsichtig anvisierten 50 dann doch nicht gereicht hat. Allerdings könnte man auch argumentieren, dass die Liveship Trader-Trilogie von Robin Hobb doppelt zählt, weil die Bücher im Schnitt 800 Seiten haben und die Schrift mit 37 Zeilen pro Seite doch nicht gerade klein ist.
Aber ich freue mich einfach mal, dass ich meine leserischen Vorsätze Vorhaben vom Anfang des Jahres (2011) alle umgesetzt habe.
Neu dabei (so mehr oder weniger) im zurückliegenden Jahr waren Kurzgeschichten; mit den in Blood Bank gesammelten doch so einige.

Liste und MeinungenCollapse )

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Ein anderes Bücherstöckchen

Bevor es im neuen Jahr dann mit dem eigentlichen weitergeht, hier ein kleines Stöckchen, das ich bei Xeledon eingesammelt habe.

Die Regeln:

* Schlage Seite 123 auf
* Suche den fünften Satz auf der Seite
* Poste die nächsten drei Sätze
* Wirf das Stöckchen weiter

Nicht aus meiner aktuellen Lektüre, weil die entsprechende Szene da doch ziemlich spoilert, sondern aus einem ganz anderen Buch, das noch auf dem Stapel beim Bett™ liegt.

Dieses Loch war der "Schwarze See", im "Plato", einem tiefen Ringgebirge, den man von der Erde aus gut studieren kann, wenn zwischen dem letzten Viertel und Vollmond die Schatten von Westen nach Osten hin fallen.
Diese schwarze Färbung findet sich auf der Oberfläche des Erdtrabanten selten. Man hat sie nur in den Tiefen des "Endymion", östlich vom "Frostmeer", auf der Nordhälfte erkannt und im "Grimaldi", dicht beim Äquator, am Ostrand des Gestirns.


Spannend, nicht wahr? Dieser Abschnitt stammt aus Jules Vernes Reise um den Mond und illustriert sehr schön das Problem, das ich mit diesem Buch hatte. Das Lesen war einfach... anstrengend. Ich mag den Mond ja nun wirklich, aber diese endlosen Beschreibungen im Mittelteil, während denen kaum etwas wirklich passiert, haben mich doch ziemlich bald ziemlich gelangweilt. Zumal mir auch der Sprachstil nicht so sehr zusagt, dass er das ausgleichen könnte; anders als beispielsweise bei Fontanes Wanderungen durch die Mark Brandenburg. Spannend finde ich auch das nicht, aber einfach schön zu lesen.
Um Jules Verne werde ich damit wohl künftig einen Bogen machen, wenn mir nicht gerade jemand, dessen Urteil ich vertraue, eines seiner anderen Bücher empfehlen sollte.

Zum Weiterwerfen... hmmm. Hoppi? Ansonsten darf, wer will.

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Kreatives Kochen, die 285ste

Ausnahmsweise mal kein essenstechnisches Gemecker, sondern ausgesprochene Zufriedenheit. *g*
Schokopudding wollte ich schon länger wieder mal, heute war mir allerdings nach einem etwas nahrhafteren Nachtisch, also habe ich spontan Pudding mit Grießbrei kombiniert.

Man nehme:
1/2 Liter Milch
2 EL Grieß (Hart- oder Weichweizen dürfte egal sein)
2 EL Kakao
1 EL Stärke
2 EL (leicht gehäuft) Zucker
~1 TL Vanillezucker

Den Großteil der Milch (nicht alles!) in einem Topf erhitzen, Grieß darin kochen, bis er weich ist (10 - 20 Minuten, je nach persönlicher Vorliebe), dabei immer fleißig mit dem Schneebesen umrühren, damit nichts am Topfboden festsitzt und anbrennt.
Währenddessen Kakao mit Stärke und Zucker vermischen (sorgfältig, wenn man nachher keine Stärkeklumpen im Pudding will), nach und nach mit der noch kalten Restmilch anrühren, zum weichen Grießbrei in den Topf kippen und noch etwa zwei Minuten mitkochen.
In eine Schüssel kippen, abkühlen lassen (oder auch nicht *hust*), genießen.

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An manchen Tagen...

... sollte man um die Küche besser einen Bogen machen. Heute war wieder so einer. Anfang (und Höhepunkt) waren die Basilikumgnocchi, die sich heute Mittag nach etwa zwei Minuten im Wasser, in dem sie hätten garen sollen, in ihre Bestandteile aufgelöst haben. Und dabei hat das Rezept beim ersten Versuch im Sommer so gut funktioniert! Hmpf. Gab es halt Gnocchisuppe. War auch lecker, stand aber in keinem akzeptablen Verhältnis zum Arbeitsaufwand.
Dann habe ich es auch noch geschafft, zwei (zwei!) Ladungen schwarzes entschieden zu dunkles Brot zu produzieren. Ich meine, ich weiß ja, dass der Ofen ein bisschen eigen ist, aber gar so kreativ müsste er bei der Interpretation der Temperatureinstellungen jetzt auch nicht sein. Besser als nicht richtig durchgebacken, ja, aber nervig ist es trotzdem. Immerhin war er bei der Pizza kooperativ, die es zum Abendessen gab. Das versöhnt mit diesem Tag der kulinarischen Fehlschüsse. Fast.

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