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Alles Fälschungen!

Oder: Wann hat man schon mal die Möglichkeit, im Codex Manesse zu blättern?

Schon seit einigen Monaten gibt es ein paar Orte weiter eine Ausstellung mit "Schätzen der mittelalterlichen Buchkunst aus zehn Jahrhunderten". Wie das mit Ausstellungen so ist, gelingt der Besuch entweder gar nicht oder erst kurz vor knapp. Letzteres war hier der Fall, wobei ich es immerhin eine ganze Woche vor Ausstellungsende geschafft habe. Hurra!
Das "Besondere" an dieser Ausstellung ist, dass es sich bei allen Werken um Faksimile, also originalgetreue Nachbildungen, handelt. Was als noch größere Besonderheit zur Folge hat, dass man in einigen der Werke blättern darf. Zum Beispiel im Codex Manesse. Und in den Trés Riches Heures du Duc de Berry. Und im Book of Kells. Erstere beide begegnen einem früher oder später, wenn man nach historischen Bildquellen für mittelalterliche Gewänder sucht. Letzteres... ist einfach unglaublich schön. Und unterscheidet sich bei den Illustrationen doch deutlich von all den anderen weltlichen und religiösen Werken, die zu sehen waren. Insgesamt waren das 76, also eine durchaus beeindruckende Ansammlung.
Es gab aber nicht nur Schönes für die Augen, sondern auch Informatives. Angefangen bei der Entwicklung der Schrift, über ägyptische Hieroglyphen, die Herstellung der alten Bücher (Materialbeschaffung, etc, erst schreiben und malen, dann binden), Herstellung der Faksimile...

Doch, ich bin wirklich froh, dass ich mir das nicht habe entgehen lassen.

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Schlaf wird unterbewertet

Es gibt verschiedene Möglichkeiten, sich bei mir beliebt zu machen. Definitiv nicht dazu gehören folgende:

- wenn man um diese Jahreszeit zu einer einwöchigen Fortbildung fährt, Schlafklamotten mitnehmen, die eher zum Hochsommer als zum Herbst passen, weswegen man nachts nicht nur das Fenster zu, sondern auch die Heizung anmachen muss (und die Federbetten dort sind wirklich, wirklich warm)
- kurz vor dem Schlafengehen nochmal ein paar Tassen Tee trinken, damit man dann nachts auch mindestens zweimal rausmuss
- sich dabei natürlich auch nicht möglichst leise verhalten, sondern so rumtrampeln und auf die Türklinke hauen, dass ich trotz Ohrstöpseln (die ich hasse, nebenbei bemerkt) davon wach werde
- des morgens zwischen 5 und 6 den Wecker stellen (und, s.o. von wegen leise sein), um weiß der Geier was zu tun, weil es ja nicht reicht, dass man um halb sieben vom lieblichen Gong nebst erbaulicher Gott-liebt-dich-Mucke der Unterkunft (Jugend- und Freizeitheim. Ahahahaha.) geweckt wird

Und natürlich bin ich nach der Woche Schlafmangel und Pestbeulenversammlung mal wieder krank.

Ich brauche nächstes Mal definitiv ein Einzelzimmer. *zuck*

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Gute Vorsätze ...

Mache ich zu Silvester schon seit Jahren aus Prinzip nicht mehr. Dieses Jahr ist das so eine kleine Ausnahme, wobei der Vorsatz von irgendwann im Januar stammt. (Glaube ich.)
Der Vorsatz? Mehr bloggen.
Ist jetzt im Vergleich zum Vorjahr keine große Kunst (mit diesem Beitrag nämlich genau genommen schon passiert). Dabei soll's aber nach Möglichkeit nicht bleiben. *hust* Konkrete Vorhaben in Sachen Regelmäßigkeit hab ich keine, sowas demotiviert mich nur. Irgendwelche unglaublich kreativen Ideen für Themen gibt's auch nicht. Mein einziges Ziel ist an der Stelle, wieder mehr zu schreiben, nachdem mir das in letzter Zeit doch ziemlich gefehlt hat. Es ist ja auch nicht so, als gäbe es nie was zu erzählen.
Uuund um die neugefundene Motivation nicht gleich überzustrapazieren, beende ich diesen Beitrag an dieser Stelle. Gute Nacht. *g*

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Jennifer Estep: Elemental Assassin 6, 7

Ganz kurz und für beide passend: Charakterentwicklung all überall, Abweichung von der üblichen Erzählstruktur (soweit als vorhanden angenommen) und Endkämpfe in Partnerarbeit. Wohoo!
Außerdem ist Band 6 ein wahres Ironiefest und kommt mit einer Weiterentwicklung der Welt (wenn man so will) daher, auf die ich schon ein bisschen gewartet hatte. Alles in allem sehr erfreulich.

Von wegen "zu spät"!

Es begab sich vor zwei Wochen (und zwei Tagen), dass ich die schon mehrfach aufgeschobene (und ich weigere mich, dafür die alleinige Verantwortung zu übernehmen) Holunderblütensammelaktion dann doch mal durchgesetzt habe.
"Holunder ist verblüht", haben sie gesagt. "Dafür ist es jetzt einfach zu spät", haben sie gesagt.
Unter Einsatz eines Regenschirms (Mit gebogenem Griff. Zum Äste in erreichbare Höhe Ziehen.) und einer gehörigen Portion "will aber!" habe ich sie eines besseren belehrt und – mit einiger Not und Mühe, ich geb's ja zu – genug Blüten für einmal Sirup zusammenbekommen. Immerhin hatte ich mir den Sirupzucker dafür extra aus Österreich mitbringen lassen, da konnte ich ja schlecht bis nächstes Jahr mit der Verarbeitung warten. (Auch wenn der Zucker natürlich ein paar Jahre haltbar ist. Ach.)
Sehr praktisch, das Gemisch; letztes Jahr von einer Kollegin meiner Mutter als Urlaubsmitbringsel erhalten und für sehr gut befunden. Man muss sich keine Gedanken um Zutatenmengen machen und das Ergebnis schmeckte ausgezeichnet. (Ist auch tatsächlich nur Zucker mit Zitronensäure, also nix drin, was einen sonst gerne mal von Fertigdingen fern hält.)
Den diesjährigen Sirup hab ich inzwischen auch schon probiert. Und für gut befunden. Manchmal führt "will aber!" eben doch zum Ziel.

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A Gentleman of Fortune

Der zweite "Fall" von Miss Dido Kent kommt wieder mit viel Charme und Beobachtungsgabe für Zwischenmenscheleien daher. Außerdem gibt es auf persönlicher Ebene Erfreuliches für Dido, die aber (ebenso erfreulich) ihren Eigensinn nicht plötzlich über Bord wirft.
Pluspunkt für den eigentlichen Aufhänger der Geschichte, der erst ziemlich zum Schluss so wirklich rauskommt.

Mond da!

Es mag spannendere Beschäftigungen geben, aber: Dem Mond dabei zusehen, wie er über Nachbars Scheune aufgeht? Einfach nur schön!

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Maggie Stiefvater: The Scorpio Races

Um mit dem anzufangen, was mir weniger gefallen hat: Das Buch hätte kürzer sein können. Ich mag lange Bücher und kann mich durchaus dafür begeistern, wenn sich eine Autorin Zeit nimmt, Charaktere einzuführen und der Leserin ein Gefühl für die Welt/Umgebung zu vermitteln, in der die Geschichte spielt. Aber wenn hier in (grob gesagt) der ersten Hälfte etwa 50 Seiten rausgekürzt worden wären, hätte das der Erzählung kaum geschadet, im Gegenteil. Ich war bis zu besagter Hälfte auch stark am Überlegen, ob ich das Buch nicht verkaufen soll, wenn ich damit fertig bin, und das ist kein gutes Zeichen, um es mal vorsichtig auszudrücken. Zu einem nicht geringen Teil lag das auch am Schreibstil. Ich habe mich mittlerweile ja doch (wider Erwarten, muss ich gestehn) mit erster Person Präsens als Erzählzeit/-form angefreundet. Aber bei zwei wechselnden "Erzählern"? Sorry, das funktioniert für mich überhaupt nicht. Zumal die beiden hier auch noch ziemlich exakt gleich klingen, so dass ich bis zum Ende des Buches, wenn ich bei den Kapitelüberschriften nicht aufgepasst hatte, manchmal erst auf der zweiten Seite eines Kapitels gemerkt habe, aus wessen Sicht gerade erzählt wird. Das hat es mir sehr, sehr schwer gemacht, mich in die Charaktere hineinzuversetzen, mit ihnen mitzufühlen. Schade. Und nervig.

Ungefähr ab der Hälfte des Buches kommt die Geschichte dann aber in Gang, und das muss ich der Autorin lassen: sie versteht es wirklich, Spannung zu erzeugen. Das ist dann auch der große Pluspunkt des Buches, dass man es ab einem gewissen Punkt kaum noch aus der Hand legen will. Oh, und die Pferde natürlich. Die sind toll. Und faszinierend. Und überhaupt.
Außerdem hat mir sehr gefallen, wie sich die – angenehm dezente – Liebesgeschichte (denn ganz ohne scheint es in einem Jugendbuch wohl nicht zu gehen) entwickelt hat.
Insgesamt also doch kein Fehlkauf und durchaus lesenswert.
"Das" ist in diesem Fall das aktuelle Lesejahr und die Aussage ist durchaus ernstgemeint. Das erste gelesene Buch dieses Jahres ist A Moment of Silence von Miss Anna Dean, ein Krimi, wie ihn auch Jane Austen hätte schreiben können. Und zwar nicht nur was den zeitlichen Rahmen der Handlung und die gesellschaftliche Umgebung angeht, sondern auch die Sprache, der feine Humor oder auch etwas bösere Spott über die diversen Eigenheiten und Unzulänglichkeiten der verschiedenen Charaktere. Überhaupt, die Charaktere. Liebenswert, schrullig, nervig, seltsam, arschig, bösartig, und noch vieles mehr, aber überzeugend und lebendig wirken sie alle. Dazu noch ein mysteriöser "Fall", bei dem zumindest ich tatsächlich bis zum Schluss am Miträtseln war.
"Delightful", wie die edle Leiherin so treffend sagte, und ich freue mich schon sehr auf die weiteren Bände der Reihe.

*klick* - *klick* - *klick* - Fangirl

Ich lese ja nun seit einer ganzen Weile John Scalzis Blog, zum einen weil ich seine Art zu schreiben einfach mag (fast noch mehr als in seinen Büchern) und oft seiner Meinung bin, zum andern weil er mehr oder minder regelmäßig (größtenteils) interessante Bücher vorstell(en läss)t und auch sonst immer mal wieder interessante Dinge verlinkt.
In letztere Kategorie fällt dieser Eintrag vom Anfang des Monats. Dem Link zu Jim C. Hines' Blog musste ich natürlich folgen, immerhin kann das Thema (die weit verbreitete Lächerlichkeit diversester Frauenbilder in Fantasy und Science Fiction) gar nicht genug Aufmerksamkeit bekommen. 
In den Kommentaren dort ("do not read the comments!" gilt da zum Glück nicht) stieß ich auf diesen Link, hinter dem ein Rüstungsschmied seine Meinung zu Rüstungen für Frauen kundtut, Lästereien und Haare raufen eingeschlossen.
Gleich zu Beginn des Artikels ist dieses Blog verlinkt, in dem Bilder von Frauen in vernünftigen Rüstungen gesammelt werden. Ich klickte mich fröhlich durch und stieß schließlich auf dieses Bild und somit auf Ruan Jia. Und bin nach wie vor schwer begeistert, um nicht zu sagen am ständigen Fangirlen.

Angelockt und zum Bleiben bewogen haben mich ja zunächst die Illustrationen, vor allem diese beiden. Bei ersterem finde ich so faszinierend, dass es insgesamt – wie eigentlich alle der Bilder – ja offensichtlich nicht "echt" aussehen soll. Trotzdem wirkt beispielsweise der Stoff am Ärmel so, als wäre er fotografiert. Hier hat mich anfangs das generische Meeehdchengesicht ziemlich gestört. Mittlerweile finde ich es in Verbindung mit den Klauen aber eher gruselig als sonstwas. (Und somit eine gute Wahl, ja. ;-) )
Und sollten jemals irgendwo Reisen zu Fantasy-Orten angeboten werden, würde ich mir diese Stadt zu gerne mal ansehen...
Aber endgültig zum Fangirl geworden bin ich durch die Kategorie "Concept & Sketches". Ich liebe die Wirkung von Licht und Schatten auf diesem Bild, genauso wie hier und hier. Gerade bei den letzten beide entsteht dadurch eine unheimliche Tiefenwirkung und sie erscheinen immer plastischer und echter, je länger man sie anschaut.
"Analoges" Kontrastprogramm! Es sieht so einfach aus...

So, genug gefangirlt. Zumindest für den Moment, ich hab da schon eine neue Künstlerin im Auge...